Hausnummern bitte beleuchten

Die Hausnummer sollte Beleuchtet sein, darauf weißt die Gemeindeverwaltung hin. (Foto Heimrich)„Wenn ein Notruf eingeht, ist es wichtig, dass wir schnell vor Ort sind, es kommt manchmal auf Minuten an,“ erklärt Wolfgang Blicker, stellvertretender Leiter der Abteilung Brand,-Katastrophenschutz und Rettungsdienst im Lahn-Dill-Kreis.

Dann stellen unlesbare Hausnummern, von Hecken verdeckt oder gar keine Hausnummern am Haus ein großes Problem dar. „Wir haben eine Vorgabe von innerhalb zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Stellen Sie sich jetzt vor, der Rettungsdienst in Driedorf rückt in einen umliegenden Ortsteil, sagen wir Mademühlen, aus und ist innerhalb von fünf Minuten dort. Und dann fängt er an, die Straße und die Hausnummer zu suchen. Das kostet alles Zeit,“ sagt Wolfgang Blicker.

Oft kommt es auch vor, das Hecken oder Büsche das Straßenschild oder die Hausnummer bewachsen haben und sie dadurch unlesbar machen. „Das Problem ist bei allen Rettungsdiensten landesweit bekannt. Jeder könnte, durch eine gut lesbare und beleuchtete Hausnummer, den Suchaufwand minimieren und somit eventuell Leben retten“, erklärt Blicker. Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist das Problem ein großes Thema.

„Ein anderes Problem sind aber auch Mehrfamilienhäuser, bei denen kein Namensschild an der Klingel vorhanden ist,“ erklärt Thomas Nahrgang vom Roten Kreuz in Marburg.

Der Rettungsdienstleiter Ulrich Schmidt (DRK Dillenburg) nennt wichtige Punkte, die im Notfall Leben retten können.

„Ein Problem der Tageszeit“

„Zum einen ist es wichtig, dass die Hausnummern offen und vorne am Haus angebracht sind. Ideal wäre an einem Zaun oder einer Mauer“, empfiehlt Schmidt.

„Es ist auch einfach ein Problem der Tageszeit. Je dunkler es wird, desto schwieriger ist es, Hausnummern zu finden. Wir haben zwar auch Taschenlampen, aber mit beleuchteten Hausnummern ist die Chance größer, schnellst möglich Hilfe leisten zu können, anstatt erst noch alle Häuser anleuchten zu müssen“, so der Rettungsdienstleiter.

„Früher aus meiner aktiven Zeit kenne ich das Problem noch. Wir sind in eine Straße gefahren, haben die Hausnummer gesucht, bemerkten das wir schon längst vorbei gefahren sind und mussten wieder drehen“, erzählt Ulrich Schmidt.

„Das kostet dann ein bis zwei Minuten Verzögerung und im schlimmsten Fall, zum Beispiel bei einer Reanimation, kann das Leben kosten“. (asz)

11.08.2016
von Ann-Kathrin Schwarz
mittelhessen.de