Erlebniswochenende der Jugendfeuerwehr

Erlebnis Wochenende 2016Das Pfingstwochenende verbrachten 25 Jugendfeuerwehrmitglieder mit ihren Betreuern im Feuerwehrgerätehaus. 48 Stunden voller Action, Spaß und Kameradschaft, standen unter dem großen Thema „Atemschutz“, auf dem Programm. Aber es ging nicht nur um das Thema Atemschutz, auch technische Hilfeleistungen und Erste Hilfe standen auf dem Programm.

Bei der Eröffnung des Wochenendes, wurden den Teilnehmern die Warnwesten übergeben, die von der ADAC Stiftung „Gelber Engel“ finanziert wurden. Jedes Mitglied hat nun für Übungen eine Warnweste in passender Größe. Zusätzlich gab es noch einen Satz Funktionswesten.

Um 18Uhr startete die erste Übung für die Gruppe 1. In einer KFZ Werkstatt kam es zu einem Unfall, bei dem eine Person in eine Grube stürzte. Die Jugendfeuerwehrmitglieder mussten die Person, mittels einer Schleifkorbtrage, aus der Grube retten. Zeitgleich startete für die Gruppe 2 eine Ausbildungseinheit, in der es um die Ausrüstung von einem Atemschutztrupp ging. Der Aufbau und die Funktion der Gerätschaften wurden vermittelt und der richtige Umgang, sowie das An- und Ablegen der Ausrüstung wurde geübt.

Nach dem Grillen ging es für jede Gruppe mit einer Ausbildungseinheit weiter. Um das Thema „Brandrauch“ ging es bei der Gruppe 1. Um zu verdeutlichen, wie sich der Brandrauch in einem Wohnhaus verhält und ausbreitet, wurde dies anhand des „Rauchhauses“ demonstriert und besprochen wie wir eine Brandrauchausbreitung verhindern können bzw. ein Gebäude rauchfrei bekommen. Die Theorie wurde im Anschluss dann in der Praxis an einem verrauchten Gebäude umgesetzt. Das Setzen von mobilen Rauchverschlüssen und das richtige Vorgehen bei einer Überdruckbelüftung wurde geübt. Die Gruppe 2 setzte sich indessen mit den Themen „Einsatzgrundsätze und Sicherheit beim Atemschutzeinsatz“ auseinander.

Im Anschluss folgte für die Gruppe 2 eine Übung am Vereinsheim des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Eibelshausen. Angenommen wurde, dass in dem Vereinsheim ein Feuer ausgebrochen war und zwei Personen  im Gebäude vermisst werden. Die Teilnehmer hatten alle Hände voll zu tun. Die Übungsstelle musste zunächst ausgeleuchtet werden und eine Wasserversorgung aufgebaut werden. Parallel dazu rüsteten sich schon 3 Trupps mit Atemschutz aus, setzen den mobilen Rauchverschluss und brachten den Überdrucklüfter in Stellung. Nachdem sich die Trupps bei der Atemschutzüberwachung angemeldet hatten, gingen diese in das Gebäude zur Menschenrettung vor. Nach kurzer Zeit konnten beide vermissten Personen gerettet werden und an die Verletztensammelstelle übergeben werden, wo diese versorgt wurden. Danach wurde sich um die Brandbekämpfung und die Belüftung des Gebäudes gekümmert.

Am Samstagmorgen kam es gleich zwei Mal zu einem Brand in einem Holzverarbeitenden Betrieb in Eibelshausen. Die Gruppe 1 fuhr das erste Mal zu dem Betrieb, wo ein Defekt an der Absauganlage einen Brand verursachte. Die Suche nach Personen in dem Gebäude verlief negativ, da sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Arbeiter in dem Betrieb aufhalten. Der ausgebrochene Brand konnte dann schnell gelöscht werden.

Nach dem Frühstück musste der Betrieb erneut angefahren werden. Diesmal rückten die zwei Gruppen der Gruppe 2 aus. Im Werkstattbereich kam es zu einem Brandausbruch. Der Betrieb wurde wieder zuerst unter Atemschutz nach Personen abgesucht. Zwei Arbeiter wurden bewusstlos aufgefunden und mit Fluchthaben und Rettungstüchern gerettet. Der Brandherd wurde während der Rettung der Arbeiter gefunden und durch den dritten Atemschutztrupp gelöscht. Die Gruppe 1 ging in dieser Zeit die Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst durch und frischte hiermit noch einmal ihr Basiswissen auf.

Im Anschluss gab es den Ausbildungsblock von Freitagabend über „Brandrauch“ und „Einsatzgrundsätze und Sicherheit beim Atemschutzeinsatz“, jeweils für die andere Gruppe.

Nach dem Mittagessen und einer kleinen Pause setzten sich beide Gruppen damit auseinander, wie man in einem brennenden Gebäude richtig vorgeht, sicher eine Türe öffnet und einen Raum effektiv nach vermissten Personen absuchen kann.

Die Gruppe 1 musste im Anschluss noch eine Person retten, die einen steilen Abhang vom Holderbergsrain bis in die Simmersbach gefallen war. Dafür musste an dem Steilhang eine Steckleiter aufgelegt und mit Erdnägeln gesichert werden, damit die Jugendfeuerwehrmitglieder gesichert den Abhang herunter zu der verletzten Person steigen konnten. Die Person konnte dann, mit der Schleifkorbtrage, nach oben gezogen und somit gerettet werden.

Fast im Anschluss daran kam schon die nächste Übung für die Gruppe 2. Ein Brand im evangelischen Gemeindehaus wurde hier angenommen. Die Atemschutztrupps konnten eine Person aus dem Erdgeschoss und zwei aus dem Obergeschoss ins Freie retten.  Die Gruppe 1 befasste sich währenddessen mit der Esten Hilfe. Stabile Seitenlage, Verbände anlegen und das richtige Ansprechen und Verhalten beim Auffinden von bewusstlosen Personen wurde vermittelt.

Nachdem sich alle beim Abendessen stärken konnten, fuhren wir gemeinsam zu den Kameraden der Feuerwehr Wetzlar Mitte. Dort ist die Atemschutzübungsanlage des Lahn-Dill Kreises, in der jeder aktive Atemschutzgeräteträger aus der Feuerwehr, einmal im Jahr eine Belastungsübung absolvieren muss um somit seine Tauglichkeit für den Atemschutzeinsatz feststellen zu lassen. Wie eine solche Belastungsübung aussieht und was ein Atemschutzgeräteträger in der Feuerwehr körperlich alles leisten muss, das sollten unsere Mitglieder hier erfahren. Zuerst gingen wir gemeinsam durch die Übungsanlage und alles wurde genau erklärt. Danach wurde es ernst. In Zweiertrupps mussten die Mitglieder, fast wie die Erwachsenen auch, den Parcours durchlaufen. Nach 15m Leitersteigen auf der Endlosleiter und 100m auf dem Laufband joggen, ging es in einen nachgebauten Industrietank. Von oben musste man in den Tank einsteigen, über und unter Hindernisse klettern und am Ende wieder oben aus dem Tank aussteigen. Danach ging es durch die Schleuse in den dunklen Raum, wo mit Gitterboxen ein Labyrinth auf 3 Etagen aufgebaut ist, durch das man sich zusammen seinen Weg suchen muss. Türen oder Klappen mussten gefunden und geöffnet werden und durch Engstellen oder Rohre gekrochen werden. Das Ganze in Dunkelheit, bei Blitzlicht und lauten Brand- und Umgebungsgeräuschen, die an so einer Einsatzstelle herrschen. Nachdem alle Mitglieder einmal die Anlage durchlaufen hatten gab es noch eine Führung durch den Fuhrpark der Wetzlarer Kameraden, wo das ein oder andere, nicht so alltägliche Feuerwehrfahrzeug steht.

Am Sonntagmorgen ging es für die Gruppe 2 bereits um 6:30Uhr weiter. Ein Jugendlicher war hinter dem Lohmühlenweiher beim Klettern von einem Baum gefallen. Um an die Unfallstelle zu gelangen musste die Dietzhölze überquert werden. An einer flachen Stelle, ohne viel Strömung ging es durch die Bach an das andere Ufer. Eine Gruppe machte sich auf die Suche nach der verletzten Person, während die andere alles für eine Rettung über die  Dietzhölze vorbereitete. Nach ein paar hundert Metern Fußmarsch wurde die Person gefunden. Nach der Erstversorgung wurde diese in der Schleifkorbtrage zurück an die Dietzhölze getragen. Die Trage wurde dann an einer Rolle befestigt, die auf einem Stahlseil lief, welches fast 40 Meter über der Bach gespannt war. Mit Leinen wurde die Trage dann an dem Stahlseil an das andere Ufer gezogen und dort entgegengenommen.

Nach dem Frühstück ging die Gruppe 1 zum Fußballspielen in die Holderberghalle. Die Gruppe 2 beschäftigte sich indessen intensiv mit der Ersten Hilfe. Im ersten Teil ging es um die Grundlagen der Ersten Hilfe. Druckverbände anlegen, Wärmeerhaltung, stabile Seitenlage, Blutdruck messen, Ansprechen von Personen und Kontrolle der Vitalzeichen wurden geübt. Im zweiten Teil ging es darum, wie wir als Feuerwehr vorgehen, wenn wir zu einem Verkehrsunfall anrücken und kein Rettungsdienst vor Ort ist. Vom richtigen Annähern an das Unfallfahrzeug, über das Ansprechen und der Betreuung der Person im Fahrzeug, bis hin zum Anlegen von einem „Stifneck“ an einer Person im Fahrzeug, aus den unterschiedlichsten Positionen, wurde in der Praxis geübt.

Nach dem Mittagessen standen der Abbau der Schlafplätze und die Reinigung des Gerätehauses an. Dies wurde aber durch eine letzte Übung unterbrochen. Im Industriegebiet kam es zu einem Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem Traktor. 5 verletzte, zum Teil eingeklemmte Personen galt es, unter den Augen vieler Zuschauer aus Kameraden der Einsatzabteilung und den Familien der Mitglieder, zu retten und zu versorgen. Nach der Erkundung durch den Einsatzleiter, teilte dieser den Gruppenführern die Aufgaben zu. Diese mussten dann, zur Umsetzung derer, ihre Mannschaft einteilen und die entsprechenden Einsatzbefehle geben. Eine Gruppe war für die Rettung der Personen in dem PKW verantwortlich, eine für die Rettung der Person unter dem Traktor und der Person in dem Traktor. Die dritte Gruppe sicherte die Unfallstelle ab, stellte den Brandschutz sicher und richtete eine Verletztensammelstelle ein. Dokumentiert wurde alles über die Besatzung im „ELW“. Während der Rettungsarbeiten an dem PKW kam es, trotz zuvor abgetrennter Fahrzeugbatterie zu einem Brand im Motorraum des Fahrzeugs. Die Rettungsarbeiten mussten kurz unterbrochen werden, damit der bereitstehende Sicherheitstrupp das Feuer schnell löschen konnte. Nach der kurzen Unterbrechung konnte auch der Fahrer als dritte Person mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Der Traktor musste mittels eines Mehrzweckzugs gegen Wegrutschen gesichert werden. Erst dann konnte mit der Rettung der Personen begonnen werden. Mit Hilfe von pneumatischen Hebekissen wurde der Traktor angehoben und die Person befreit werden. In der Verletztensammelstelle wurden alle fünf Personen Erstversorgt. Verbände wurden angelegt, Knochenbrüche geschient, Stifnecks angelegt, und alle Personen wirkungsvoll in Wärmedecken eingepackt.

Am Sonntagnachmittag endete dann dieses schöne und aufregende Wochenende.

Wir bedanken uns bei allen, die uns an dem Wochenende unterstützt haben!

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